Rechtsanwalt Nikolai Odebralski - Schwerpunkt Sexualdelikte

Vorladung als Beschuldigter wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen?

Rechtsanwalt für Sexualdelikte

Beschuldigter wegen: sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen.

 

Der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ist eine Strafnorm die zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeitsverhältnissen vor der sexuellen Ausnutzung von Autoritätspersonen geschaffen wurde.

 

Wann liegt ein sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen vor?

Zunächst muss ein taugliches Tatopfer vorliegen, Opfer kann nur eine schutzbefohlene Person des Täters sein. Dafür hat das Gesetz mehrere Fallgruppen gebildet.

Nach § 171 Abs. 1 Nr.1 Strafgesetzbuch (StGB) ist dies bei Obhutsverhältnissen der Fall. Diese bestimmt sich nach den konkreten Umständen, wonach der Täter die Lebensführung und Entwicklung des Opfers zu überwachen hat und ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne einer persönlichen Unter- und Überordnung besteht. Dies umfasst Lehrer, Pflegeeltern, den Vormund, Heimleiter, Geistliche, Betreuer, und gegebenenfalls Sporttrainer bei intensiver Betreuung. Denn zusätzlich ist eine gewisse Dauer notwendig, eine nur kurze, wenn auch regelmäßige Betreuung, wie bei Nachhilfelehrern und normalen Sporttrainern, die sich eventuell zwei mal die Woche je zwei Stunden um die Belange der Betroffenen Person kümmern, reicht nicht aus. Denn dann kann man nicht davon ausgehen, dass Lebensführung und Entwicklung hierbei zu überwachen sind. Bei einem persönlichen Trainer einer Olympiamannschaft, der einen Rund um die Uhr betreut und damit auch eine pädagogische Funktion hat, sieht das wieder anders aus.

Nach § 171 Abs. 1 Nr. 2 StGB sind diejenigen Schutzbefohlene, die in Dienst- oder Arbeitsverhältnis untergeordnet oder anvertraut sind. Täter sind hier die mittelbar oder unmittelbar Vorgesetzten mit Weisungsbefugnis wie Vorarbeiter, Ausbilder und Fahrlehrer. Auch hier ist eine gewisse Dauer notwendig, bei gelegentlicher Aushilfstätigkeit untergeordnet zu sein reicht nicht.

Nach § 171 Abs. 1 Nr. 3 StGB gehören zu dem Kreis der Täter auch Eltern, Großeltern und Stiefeltern, sowie der nichteheliche Lebenspartner eines Elternteils.

Weiter spielt auch das Alter des Opfers eine Rolle, ist der Schutzbefohlene jünger als 16 Jahre, begründet der sexuelle Kontakt schon eine Strafbarkeit. Sollte der Schutzbefohlene zwischen 16 und 18 Jahren alt sein, ist weiter Voraussetzung, dass das jeweilige Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn im Gegenzug Geld, gute Noten, die Befreiung von Aufgaben oder auch nur eine soziale Besserstellung versprochen wird. Dies gilt auch dann, wenn das Opfer selber die Initiative ergreift.

Wenn diese Voraussetzungen vorliegen ist eine sexuelle Handlung, welche an dem Schutzbefohlenen, oder durch den Schutzbefohlenen an einem selbst, durchgeführt wird als sexueller Missbrauch Schutzbefohlenen strafbar. Ferner wird auch bestraft, wer unter den oben genannten Voraussetzungen vor dem Schutzbefohlenen eine sexuelle Handlung ausführt oder von dem Schutzbefohlenen vornehmen lässt.

Bezüglich der Frage, was genau unter den Begriff der sexuellen Handlung fällt, verweise ich auf meinen Beitrag hierzu.

 

Welche Strafe erwartet den Täter?

Für den Fall, dass sexueller Kontakt zwischen Täter und Opfer bestand sieht das Gesetz zwischen 3 Monaten und 5 Jahren Freiheitsstrafe vor. Für die Tatbestandsalternativen ohne Körperkontakt sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe vor. Es sollte jedoch gerade bei dem sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen erwähnt werden, dass diese Strafe für eine einzelne Tat gilt. Falls es zu einem regelmäßigen sexuellen Kontakt mit dem Schutzbefohlenen kam erhöht sich die zu erwartende Gesamtfreiheitsstrafe natürlich erheblich.

Des Weiteren sollte für den Fall, das der Schutzbefohlene ein solcher aufgrund des Berufes des Täters war gesagt sein, dass durchaus auch ein Berufsverbot drohen kann. Ein Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen kann somit auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

 

Wie kann ich mich gegen den Vorwurf wehren?

Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen leiden häufig an Beweisproblemen. Nur selten können andere Zeugen von dem sexuellen Kontakt berichten. Genauso selten gibt es hilfreiche medizinische Untersuchungsergebnisse, da die Taten regelmäßig weiter in der Vergangenheit liegen.

Somit läuft das Verfahren hinsichtlich der Beweissituation auf eine „Aussage-gegen-Aussage“-Konstellation hinaus. Diese sorgt jedoch nicht zwangsläufig auf einen Freispruch oder die Einstellung des Verfahrens. Denn solange die Aussage des vermeintlichen Opfers Staatsanwaltschaft und Gericht überzeugt und für glaubhaft gehalten wird, reicht diese aus, um zu teilweise erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt zu werden.

Daher ist eine intensive Auseinandersetzung mit der belastenden Zeugenaussage durch einen erfahrenen, auf Sexualdelikte spezialisierten Rechtsanwalt dringend notwendig um diese mit aussagepsychologischer Methodik kritisch zu prüfen. Nur so kann für einen Beschuldigten sichergestellt werden, dass bei der Bewertung der Aussage die besonderen Voraussetzungen der Rechtsprechung an diese Situation zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens gewahrt werden und den Ermittlungsbehörden schon frühzeitig die Kennzeichen aufzeigen, die gegen den Wahrheitsgehalt
der Aussage sprechen. Denn die Erfahrung zeigt, dass es zwar auch Aufgabe der Ermittlungsbehörden ist entlastende Ermittlungen anzustellen, eine kritische Prüfung der belastende Zeugenaussage jedoch zu Anfang des Verfahrens oft unterbleibt. Gegebenenfalls muss ein aussagepsychologisches Gutachten, bei welchem die Aussage des vermeintlichen Opfers von einem Psychologen auf ihren „Wahrheitsgehalt“ hin untersucht wird, oder ein entsprechenden Gegengutachten, beantragt werden.

 

Vorladung als Beschuldigter wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen bekommen – Was soll ich tun ?

Das Wichtigste vorweg: sollten Sie im Rahmen einer Vorladung als Beschuldigter, oder einer Hausdurchsuchung mit einem solchen Vorwurf konfrontiert werden, machen Sie keine Angaben zu der Sache bei Polizei und wenden Sie sich an unsere Kanzlei. Wir agieren im gesamten Bundesgebiet und verfügen gerade im Bereich der Strafverteidigung in Sexualdelikten über herausragende Expertise und langjährige Erfahrung. Wir beraten und vertreten Sie gerne.

Bei einem ausführlichen Gespräch versuchen wir zu klären, wie genau es zu dem Vorwurf gekommen sein könnte und besprechen Ihre Situation. Im Anschluss würde ich sodann Ihre Verteidigung anzeigen, der Polizei mitteilen, dass sie etwaige Vernehmungstermine nicht wahrnehmen werden und um die Weiterleitung der Ermittlungsakten an die Staatsanwaltschaft bitten, verbunden mit einem Antrag auf Akteneinsicht.

Sobald ich die Ermittlungsakten von der Staatsanwaltschaft erhalten hätte, besprechen wir den Inhalt ausführlich und wählen die für Sie und Ihre Situation passende Verteidigungsstrategie.

Im Anschluss würde ich eine Verteidigererklärung fertigen, welche zu den Vorwürfen Stellung nimmt, sich ausführlich mit dem Akteninhalt in kritischer Art und Weise auseinander setzt, je nach Einzelfall eine Gegendarstellung enthält und die Einstellung des Verfahrens anstrebt.

Es muss schließlich nicht zu einem Gerichtsverfahren kommen, eine aus mehreren Aspekten unangenehme öffentliche Hauptverhandlung kann vermieden werden. Doch auch wenn es zu einer Hauptverhandlung am Gericht kommt, gilt es auch hier von unserer Seite aus, keine Konfrontation mit den Ermittlungsbehörden und dem vermeintlichen Opfer zu scheuen. Nur durch intensive und treffsichere Befragung können Angaben überprüft und eventuelle Ungereimtheiten vor dem Gericht herausgearbeitet werden.

Sollten Sie schon verurteilt worden sein, stehe ich Ihnen auch gerne in einem Berufungs- oder Revisionsverfahren zur Verfügung. Auch hier kann unsere Kanzlei auf langjährige Erfahrung und eine hohe Erfolgsquote zurückblicken, Sie können sich sicher sein, dass wir Ihr Verfahren mit größter Sorgfalt auf höchstem strafrechtlichen Niveau bearbeiten werden.

Sofern Sie also eine Vorladung als Beschuldigter oder eine Anklageschrift wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen bekommen haben, helfe ich Ihnen als Fachanwalt für Strafrecht und Rechtsanwalt mit Spezialisierung im Bereich der Sexualdelikte gerne weiter und stehe ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Wir bearbeiten jährlich hunderte Verfahren aus dem Bereich der Sexualstraftaten. Entscheiden Sie sich für die richtige Verteidigungsstrategie.

 

 

Nikolai Odebralski,

Fachanwalt für Strafrecht & Rechtsanwalt für Sexualdelikte

 

Ihr Rechtsanwalt beim Vorwurf: sexuller Missbrauch von Schutzbefohlenen:

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Vorladung als Beschuldigter wegen sexuellem Missbrauch Schutzbefohlener

Anklage wegen Missbrauch von Schutzbefohlenen

 

 

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Sexualdelikte?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten groben Überblick über den Bereich der Sexualdelikte geben und zumindest die dringendsten Fragen beantworten. Dennoch ist diese Übersicht allgemein gehalten und ersetzt in keinem Fall ein individuelles Beratungsgespräch. Eine erste Information im Internet kann ein persönliches Gespräch über den individuellen Fall nicht ersetzen.

Wenden Sie sich für ein solches bitte entweder telefonisch unter +49 201 747 188-0 oder per Mail an info@ra-odebralski.de an mich. Gerne vereinbare ich dann einen Termin zur Erstberatung.

Im Notfall über: 0151 - 11 63 20 82

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